
Was ist unsichtbar und stinkt nach Hase? Ein Kanichenfurz!
Alter Hut, Otto. Aber der, der ist neu: Was ist das? Furchtbare Monster, die die Dunkelheit lieben, menschlichen Ursprungs sind, aber übermenschliche Kräfte besitzen und sich vom Blut ihrer Opfer ernähren - genau: Ein Viral.
So heißen die Dinger nämlich im Roman "Der Übergang" von Justin Cronin. Des Unheils Quell mag nicht in Transsilvanien liegen sondern in einer militärischen Forschungseinrichtung mitten im Herzen der Vereinigten Staaten. Der Modus Operandi der unheilvollen Protagonisten erinnert aber schon ein wenig an die Hauptdarsteller all der anderen Bücher auf dem Markt, die sich momentan dem Vampir angenommen haben. Vampir, jetzt wo es doch ausgesprochen ist, lassen sich wunderbar die Unterschiede aufzeigen: Vor allem fehlt den Dingern jeglicher Sex-Appeal, sie haben einfach nur ein fieses Verlangen, den Rest der Menschheit, der 90 Jahre nach Ausbruch des Virus (aus eben dieser militärischen Einrichtung) noch über ist, zu verspeisen. So weit, so wenig originell.
Zu Beginn wird schnell die Quelle allen Übels aufgezeigt und anschließend genüsslich der Zerfall der Zivilisation ausgebreitet. Cronin präsentiert dies anhand der Erzählungen verschiedener Protagonisten zu unterschiedlichen Zeiten nach Ausbruch der Epidemie. Verbunden sind die Zeitebenen durch Amy – Amy, ein kleines Mädchen, das ebenfalls infiziert ist, wurde nicht zum Monster, ihr Schicksal ist es, langsam zu altern und die apokalyptische Landschaft zu durchstreifen...1000 Jahre lang, wohl lang genug für die auf drei Teile angelegte Serie.
Am Ende muss man aber zugeben, dass die Mad Max-mäßige Mischung aus Zombieelementen, Vampirmythos und Endzeitstimmung zumindest eins kann: Gut unterhalten. Und der Film, der sicher kommen wird, könnte dann die teilweise sehr langatmigen Strecken einfach überspringen.
Fazit: Lesen, sich unterhalten lassen, aber die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.




